Pavia – Miradolo Terme

Ich bin heute Morgen, in Pavia schon zeitig losgelaufen. Ich habe die Etappe um 4 Kilometer verlängert, da es am Reiseführer Zielort, an Übernachtungsmöglichkeiten mangelt.

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Das Endziel ist zumindest schon mal angeschrieben

Ja liebe Freunde, ich habe heute eine Pilgersuende begangen. Ich bin Bus gefahren. Der nette Busfahrer hat neben mir, mitten auf der Landstrasse angehalten und gefragt, ob er mich ins nächste Dorf mitnehmen soll. Da bin ich schwach geworden.

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Er fragte mich natürlich, woher ich komme.

Ich: Aus Zürich.

Er: Aus Zürich – ja dort hatte ich mal vor langer Zeit eine Freundin. Ich wollte schon in die Schweiz kommen, um zu arbeiten.

Ich: Was ist den passiert?

Er: Sie hat einen alten Sack geheiratet.

Ich: Der hatte Geld, nehme ich an?

Er: Klar hatte der Geld. Aber Sie hatte schließlich MICH, die Schlampe.

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Gutes Selbstvertrauen hat der Mann, fand ich 🙂

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In der Unico Bar machte ich dann eine längere Pause. Es war aber heute nicht die einzige Bar auf dem Weg. Generell ist die Gegend hier bewohnter, was mir ganz gut gefällt.

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Es ist recht heiss am Nachmittag, aber 41Grad waren es sicher nicht

In Miradolo Terme habe ich bereits am Vortag, ein B&B gebucht und für 40Euro eine ganze Wohnung bekommen.

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Suppi!

Carlasco – Pavia

Die Landschaft wurde heute abwechslungsreicher. Ich durchquerte den Parco Regionale del Ticino.

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Darum hier, anstatt nur Reisfelder, Reisfelder mit Fluss. Der Fluss heißt Ticino. Das Wasser ist ursprünglich schweizer Wasser. Der Ticino kommt vom Lago Maggiore bis hierher.

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Hier gönnte ich mir eine Pause.

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In Pavia angekommen.

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Heute gibt’s nicht so viel Text. Will die Stadt noch ansehen gehen und habe Hunger.

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Vercelli – Mortara – Carlasco

Da die nächsten Etappen alle sehr ähnlich aussehen werden, gibt es auch nicht so viele Fotos. Alles Flach und eine Menge Reisfelder. Es ist bereits 2x passiert, dass mir jemand nach gerannt, oder mir nach gerufen hat. Anscheinend sind die Leute hier, sehr Pilger- freundlich. Der letzte hat über den ganzen Marktplatz gebrüllt: „Hei Pilger, hei du da, Pilger“. Zuerst wollte ich ihn ignorieren, aber er hat nicht aufgehört und alle Leute schauten schon auf mich. Man will mir Schlafgelegenheiten  anbieten, was ich ja nett finde. Nur bin ich noch nicht am Ziel der Etappe und will noch nicht Übernachten. Am Zielort hat mir dann natürlich niemand mehr nach gerufen.

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Es hat dann ziemlich heftig geregnet, kurz nachdem ich in Mortara angekommen bin. Aber zum Glück war ich schon dort.

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auch mal ein Wald

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und zur Abwechslung auch mal ein Maisfeld

Ein anderes Thema sind die Mücken. Ihr dürft mir glauben, es hat hier einige Millionen davon. Ich habe mit Schweizer AntiBrumm angefangen. Aber das vertreibt vielleicht die Schweizerische Badi- oder Hausmücke, aber nicht diese ausgehungerten, Italienischen Reisfeldmücken. Da gibt es nur eins: „NOBITE“

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Das Zeugs ist so giftig, dass die Viecher absterben bevor sie einem stechen. Kinder darf man damit schon gar nicht einstreichen. Diese würden davon sofort stoned, abhängig und danach geistig zurückbleiben. Ich hoffe es hat keine negativen Auswirkungen auf mich. Falls dies jemand, anhand meiner Blog Beiträge feststellen würde, bitte mich anrufen. Ich merke es ja nicht selber.

Aber es hat funktioniert! Zero Stiche heute. Im Gegensatz zum Vortag mit AntiBrumm.

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Die nächste Etappe habe ich auch wieder umgestellt. Der Reiseführer wollte mich in irgend einem kleinen Ort übernachten lassen, wo es genau eine Kirche, mit schlafen auf dem Boden gibt. Darum lief ich heute nur bis Carlasco, ging aber noch die Kirche der „Madonna delle Bozzole“ anschauen.

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Madonna delle Bozzole

Madonna delle Bozzole gilt als Wallfahrtsort. Allerdings war von der Wallfahrt heute nicht viel zu sehen. In der Wallfahrts- Bar, gleich neben der Kirche, bekam ich dann aber ein Pilger Eis geschenkt und einen Stempel für mein Credenziale. Das Credenziale ist der Pilgerausweis, in dem die Bepilgerten Ortschaften abgestempelt werden. Ich nehme dies allerdings nicht so genau, darum fehlen einige Stempel in meinem Ausweis. Dafür gab es heute 2 Stempel und noch ein Zertifikat. Guter Pilger, guter Pilger.

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Stay tuned, for more interesting Pilger stories.

Santhià – Vercelli

Es hatte in der Nacht wieder geregnet. Heute Morgen war es darum noch bewölkt. Man konnte sich nicht sicher sein, ob es nochmals regnet oder nicht.

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Die Temperaturen waren aber sehr angenehm zum Wandern. Zudem schienen die Mücken noch zu schlafen.

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Ich hatte das erste Mal Kopfhörer in den Ohren und hörte Musik beim laufen. Diese satt grünen Reisfelder sind schon was spezielles, und diese Stimmung erst heute morgen.

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Bei einem der Reisfelder, erhob sich aus diesem satt grünen Meer, ein weisser, grosser Vogel und flog über die Felder. Sah super aus  .

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Es wurde im Verlauf des Tages noch sonniger und wärmer. Ich traf nach einer Weile auf Ton, einen der Pilger die ich gestern angetroffen hatte. Ton hatte wie aus dem nichts Knieprobleme bekommen. Deshalb machte ich langsamer und leistete ihm Gesellschaft bis nach Vercelli.

Am Abend kam dann wieder die Sonne zum Vorschein und es wurde richtig warm.

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Meine Füße gehen besser, aber ich habe das Gefühl, dass ich nochmals eine Pause brauche. Eventuell gehe ich morgen einen Arbeitskollegen in Italien besuchen, oder schaue mir die Stadt an.

Viverone – Santhià

Heute Morgen hatte ich zum ersten mal Regen, seit langem wieder einmal. Beim Morgenessen schiffte es noch ziemlich stark. Als ich dann weiter Gelaufen bin, war es eher so ein tröpflen oder ab und zu ein schwacher Regen.

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Ich habe meine Regen Bekleidungs- Strategie angepasst. Ich habe auf „Onkel Herbert Pilger Regenmodus“ umgestellt. Onkel Herbert war ein älterer Pilger, der mich von Rapperswil bis nach Brienzwieler begleitet hat.

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Da es trotzdem recht warm ist, finde ich die Methode mit Schirm gar nicht schlecht. Man schwitzt viel weniger so, als unter dem Poncho.

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Das erste Reisfeld

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Jemand findet Weihnachten anscheinend gar nicht gut

Ich bin in der PO Ebene angekommen. Es wird jetzt definitiv flach. Im Hintergrund sieht man noch die Voralpen.

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Das Wetter klärte dann auf in Santhia. Dort setzte ich mich als erstes in eine Bar. Daraufhin traf ich zwei weitere Pilger. Wir tranken ein Bier zusammen und verabredeten uns zum Nachtessen.

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Ton und Michelle

Beides sehr angenehme Pilger. Es  sind zwar beides extrem Pilger, haben aber nicht diese belehrende, alt kluge Art. Ton kommt von Holland und ist alles, bis hier gelaufen. Michelle ist aus Strassburg, 71 Jahre alt und hat den Camino Santiago schon 2x gemacht. Darum dachte er sich, er müsse jetzt was anderes machen, und läuft deshalb auch nach Rom.

Ivrea – Viverone

Heute habe mich entschieden bis nach Viverone weiter zu Laufen. Dort hat es einen schönen See. Ich habe angefangen die Etappen, nicht stur nach dem Reiseführer abzulaufen. Dieser macht ab und zu an den unmöglichsten Orten halt.

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Es wir noch flacher und ich lasse die Berge hinter mir.

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Die warten schon auf mich

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Selfi, nochmal anders

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Lago di Campagna

Und schon am Ziel angelangt, am Lago die Viverone.

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Lago di Viverone

Schöne Abendstimmung am See von Viverone. Am rechten Bildrand, sieht man das Restaurant in dem ich  gegessen habe.

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