Archiv für den Monat: Juni 2021

Sommerurlaub 2021 – I

Auch dieses Jahr war es etwas schwierig einen Sommerurlaub weit im Voraus zu planen, die Corona Pandemie machte es einem schwer Reiseziele anzupeilen und entsprechende Reservationen zu tätigen. Da sich die Pandemie in den letzten Wochen stark entspannte, machte ich mich kurzfristig daran etwas passendes zu finden, was sich allerdings schwieriger herausstellte als gedacht. Die schönen Sachen waren meistens schon gebucht oder sehr teuer. Über einen Bekannten konnte ich uns dann eine Ferienwohnung im Tessin organisieren die nur an Freunde vermietet wird. Entsprechend schön und komplett war diese darum eingerichtet, kein Vergleich zu diesen AirBnB Wohnungen.

Die Wohnung befand sich oberhalb der Stadt Lugano am Monte Brè und hatte eine atemberaubende Aussicht auf die Stadt, auf den gegenüberliegenden Tessiner Zuckerhut (Monte San Salvatore) und natürlich auf den Lago di Lugano.

Mit dieser Aussicht schmeckte der Apertiv auf der Terrasse am Abend doppelt so gut,

und danach, beim Schlummertrunk, konnte man dieses Lichtermeer bestaunen.

Die Gegend bietet aktiven Urlaubern einiges. Unteranderem kann man auf den Monte Generoso wandern gehen, der Gipfel ist 1701 Meter hoch. Darum kann man ganz schön viel Höhenmeter absolvieren wenn man möchte. Der Berg ist ein Grenzberg zwischen Italien und der Schweiz, die Grenze verläuft am Ostgrat entlang, die Süd- und Westflanke gehören zur Schweiz, die Nordseite zu Italien. Wir haben uns für die ½ gemütliche Variante entschieden, sind einen Teil der Strecke mit der Bahn hochgefahren und ab Bellavista zum Gipfel hochgewandert.

Bei klarem Wetter kann man von dort bis Mailand sehen. Leider war zu viel Feuchtigkeit in der Luft so dass man die Stadt nur erahnen konnte. Bereits 1867 wurde das erste Hotel Monte Generoso Bellavista eröffnet, eine alte Werbeplakatplatte zeugt von den Zeiten der Belle Époque.

Im Jahr 2017 wurde das neue Restaurant Fiore di Pietra (Steinblume) des Tessiner Stararchitekten Mario Botta eingeweiht. Eindrücklich die ersten Skizzen

und das fertige Bauwerk, dass im innern sehr modern gestaltet wurde und ein Selbstbedienungsrestaurant sowie Konferenzräume enthält.

Beim Abstieg sind wir dann noch einer neuen Variante vom Corona Virus begegnet die besonders nett zum anschauen war. Wie ansteckend diese ist konnte ich noch nicht feststellen, bis jetzt geht es mir immer noch gut.

Da die Temperaturen, wie in der ganzen Schweiz, recht heiss waren, brachte in der Nachmittagshitze ein Sprung in den See die ersehnte Abkühlung. Unzählige Strandbäder laden hierzu ein. Unser liebstes war ein Tipp vom Wohnungsbesitzer, ein kleines Strandbad, dass etwas abgelegen war und nur zu Fuss oder mit dem Fahrrad erreicht werden konnte.

Kristallklares Wasser und nur wenige Leute, was will man mehr.

Beim Strandbad dahinter ein kleines, typisches Tessiner Dörfchen mit engen Gassen und einigen kleinen Grottos,

die wir am Abend nochmals besucht haben um das typische Tessiner Gericht «Coniglio e Polenta» zu essen.

Auch einen Ausflug wert ist die Wanderung auf den Monte San Girogo. Vom See her wandert man am besten über die Alp Brusino, bei der man ein erstes Mal eine Rast einlegen kann.

Nach weiteren rund 450 Höhenmeter steilen Anstiegs (zum Glück alles im schattigen Wald) erreicht man den Gipfel von dem man eine fantastische Aussicht auf die Riviera von Lugano hat.

Auf dem Rückweg muss man dann «nur» bis etwas unter der Alp Brusino absteigen. Von dort aus fährt eine Seilbahn zum Schiffsteg.

Etwas mulmig wird es einem schon, wenn man diese alte Seilbahn sieht. Darum kurz gecheckt ob das Gefährt auf Schweizer Boden steht, nicht dass da noch jemand die Notbremse blockiert hat.

Nach dem anstrengenden Auf- und Abstieg tat die 40 Minutige Schifffahrt nach Lugano sehr gut.

Wieder mit schönen Ausblicken auf einige Tessiner Dörfer am Rande des Luganer Sees.

Leider konnten wir die Wohnung von Thomas nur eine Woche haben, da wir ihn zu kurzfristig kontaktiert hatten. Weil wir irgendwie keine Lust hatten wieder in die Deutschschweiz zurück zu fahren und weil das Wetter auf der Alpennordseite recht unstabil wurde, haben wir uns kurzerhand entschieden ans Meer nach Italien zu fahren.

Auch hier konnten wir recht kurzfristig und mit Glück noch etwas einigermassen passendes finden. Darum noch in Lugano diesen COVID Schnelltest gemacht (nicht schlimm, kitzelt etwas in der Nase), das Formular zu Einreise ausgefüllt und einen Tag später sassen wir schon am Meer.
Schön, das Meer nach über einem Jahr wieder zu sehen. Der Aperol schmeckt so fast noch besser!