Kajaking an Pfingsten

Es wurde wieder mal Zeit etwas zu unternehmen was ich schon lange Mal machen wollte, nämlich Kajak fahren. Schon einmal liess ich mich auf dem Rhein stromabwärts treiben und habe dies als sehr entspannend empfunden. Allerdings dazumal mit einem grösseren Boot das nur schwer zu transportieren war. Darum trage ich seit längerem den Gedanken mit mir herum, ein aufblasbares Kajak zu kaufen. Um herauszufinden ob dies mir wirklich entspricht, haben wir am Wochenende eine Mietkajak Tour auf der Reuss gebucht.

Der Guide fuhr uns samt Ausrüstung stromaufwärts zu einer Wasserungsstelle und erklärte uns die Handhabung des Bootes. Viel gibt es da nicht zu erklären meinte er, seine Hartschalen Boote sind unsinkbar, gut steuerbar, richtungsstabil und können fast nicht Kippen was eindeutig ein Vorteil ist bei Wassertemperaturen von 17 Grad 😉 Und schon ging es los! Am Anfang war die Reuss noch recht zahm, man konnte gemütlich vor sich hin Paddeln und das Kajak war wirklich einfach zu steuern.

Wie von unserem Guide angetönt kommt man auf der Strecke schon mal in etwas wilderes Wasser. Aber dank dem guten Material rutscht man da einfach durch und muss nicht viel machen. Es ist darauf zu achten, dass man die Wellen möglichst gerade durchfährt und falls mal ein Stein in den Weg kommen sollte, einfach darüber rutschen. Ganz easy meinte er.

Und siehe da, es funktioniert. Die ersten 2 – 3 Wildwasser waren gut zu durchqueren, man gewöhnt sich an die Steuerung und kann die Richtung gut bestimmen. Wichtig ist, dass man wachsam bleibt und vorrausschauend steuert.

Auf dem zweiten Abschnitt unsere Tour bekam ich überraschend mehr Mühe das Kajak zu kontrollieren. Irgendwie war ich selbst in ruhigeren Passagen ständig am Paddeln, um meine eingeschlagene Route zu halten. Jetzt bloss konzentriert bleiben, das Wildwasser im «Gnadenthal» liegt kurz vor mir und ich muss zwischen zwei Felsen hindurch steuern.

Ich paddelte wie ein Weltmeister, aber das Boot schien mir irgendwie nicht zu folgen und machte was es wollte. So kam es wie es kommen musste, ich rammte mit der Bootsspitze einen der Felsen, es drehte mich um 180 Grad und ich geriet rückwärts in das Schwemmholz. Das «Gnadenthal» kannte bei mir keine Gnade, ich ging darum gnadenlos im 17 gradigen Wasser Baden.

Aber ein echter, harter Kajaker kennt keine Kälte. Mit minus einem Hut und minus einer Sonnenbrille ging es weiter. Die Sonne wärmte zum Glück einen sofort wieder auf und dank dem intensiven Paddeln wurde mir auch nicht kalt. Ich wage es gar nicht zu schreiben, aber es hat mich dann bei einem leichten Wildwässerchen nochmal in die Reuss geschmissen. Irgendwie scheint dieser Sport wohl doch nichts für mich zu sein, dachte ich und paddelte den letzten Kilometer ziemlich frustriert auf die Anlegestelle zu.

Als der Guide mich dort begrüsste und fragte, wie es mir gefallen hat, merkte er sofort, dass es wohl nicht so mein Ding gewesen ist. Erstaunt darüber, als ich ihm erzählte, dass ich zwei Mal abgestiegen bin, half er mir das Boot aus dem Wasser zu ziehen und erschrak ab dem Gewicht des Kajaks. So wie es scheint hatte sich der Hohlkörper mit x-Litern Wasser gefüllt was so nicht sein sollte. Irgendwo hatte das Boot ein Leck und füllte sich deshalb mit Wasser. Dies erklärt auch meine Probleme beim Steuern und das Kentern. Da das Boot um ein Vielfaches schwerer war und sich der Schwerpunkt ständig, durch das schwappende Wasser im Hohlkörper änderte, hatte ich wohl erschwehrende Umstände bei meiner ersten Kajak Tour.

Dem Guide war das ganze natürlich gar nicht recht und erstatte uns sofort die Hälfte des Mietbetrags zurück, in der Hoffnung, dass ich es nochmals probieren werde. Ich meinerseits war ganz froh, dass das Problem nicht unbedingt an mir lag. Ich werde es sicherlich nochmals probieren, allerdings bei etwas wärmeren Wassertemperaturen, denn sonst muss ich wieder den harten Mann heraushängen lassen 😉

3 Gedanken zu „Kajaking an Pfingsten

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