Sommerurlaub 2019 – II Costa de la Luz

Wie ich schon im vorherigen Poste erwähnt habe, ging der Sommerurlaub 2019 an die Costa de la Luz. Darum nach einem Tag Malaga Sightseeing die rund 250 Kilometer quer durch Andalusien nach Conil de la Frontera gefahren. Wir durchquerten eine typisch südspanische Landschaft, in der sich grosse Ebenen mit hügeligen Erhebungen abwechselten. Die blechernen Bullen, die in Übergrösse auf den vielen Hügeln stehen und den Sherry der Marke Osborne repräsentieren, begegnen einem fast überall.

Bei der Besichtigung eines Sherry- Weinkellers haben wir gelernt, dass sich nur Sherry nennen darf, welcher in der Region um Jerez herum angebaut und gekeltert wurde. Dazu mehr später. Als erstes haben wir unsere Villa in einem neuen Quartier in Conil de la Frontera bezogen. Was will man mehr, das Haus bot alle modernen Annehmlichkeiten, war sehr nahe am Strand gelegen und man hatte eine schöne Aussicht auf den Atlantik.

Ich machte das erste Mal Urlaub in einem freistehenden Haus und muss sagen, dass mir das ganz gut gefallen hat. Man kann auch mal selbst etwas kochen falls man keine Lust hat auswärts essen zu gehen. Auch so triviale Sachen wie eine vorhandene Waschmaschine sind echt praktisch. Dementsprechend klein war mein Gepäck… was jetzt nicht heissen soll, dass ich wegen der Waschmaschine dorthin geflogen bin 😉 Aber ich fand es super entspannend nicht immer in den Massen essen und baden zu gehen oder Morgen am Fischmarkt einkaufen zu gehen, um am Abend gemütlich einen frischen Fisch zusammen essen zu können.

Zu Conil: Conil de la Frontera ist eine südspanische Stadt in Andalusien, liegt an der Costa de la Luz «Küste des Lichts», gehört zur Provinz Cádiz und wird auch weisses Dorf genannt. Conil hat ca. 22’000 Einwohner, in den Sommermonaten kann sich die Zahl der Menschen allerdings auf rund 100’000 vergrössern. Wir waren darum ganz froh, dass in unserem neuen Quartier nicht viel los war. Umso mehr genossen wir Ruhe nach dem Rummel in der Stadt, die gerade in den ersten zwei Augustwochen von den Spaniern selbst förmlich überrannt wird.

Es ist allerdings zu erwähnen, dass obwohl sich in diesen Sommerwochen zahlreiche Leute in Conil aufhalten, es immer noch genug Platz am Strand zum Baden im Atlantik hat. Auf den insgesamt 14 Kilometer langen Strand findet man auch in der Hochsaison ein Plätzchen, und wenn man nicht gerade in der Nähe von einem Chiringuito (Strandbar) liegen möchte, kann man auf die ruhigeren Badebuchten ausweichen die zahlreich zum chillen einladen.

Natürlich sind wir nicht nur baden gegangen, sondern haben einige Städte und Orte in der Region besucht. Als erstes sind wir nach Cadiz über eine riesige Hängebrücke in die auf einer Halbinsel gelegene Altstadt gefahren. In der Architektur der Stadt sind die römische und arabische Zeit gut zu erkennen, man sieht hier den Okzident aber auch den Orient.

Auch waren wir wandern. Das Klima ist zwar heiss, es weht aber immer ein sehr angenehmer Wind, der gerade beim Wandern im Sommer sehr geschätzt wird. Um uns von der Sonne noch etwas besser zu schützen sind wir durch einen Nationalpark voller Pinien gewandert und wurden mit Stille und wunderbaren Aussichten auf die wilde Steilküste belohnt.

Wie schon eingangs erwähnt besichtigten wir auch einen Sherry Weinkeller. Zuerst wollten wir bei der bekanntesten Marke Osborne vorbeischauen. Die Deutsche Führung fiel leider an diesem Tag aus und spanisch verstehen wir leider nicht. Darum kurzer Hand zu Sandemann ausgewichen und es ziemlich genau zur letzten Führung geschafft. Dort erklärte man uns, dass nur Weine aus dem andalusischen Städtedreieck Jerez de la Frontera, Sanlúcar de Barrameda und El Puerto de Santa María als Sherry bezeichnet werden dürfen.

Zur Sherry Herstellung dürfen deshalb ausschließlich Trauben der Sorte Palomino, Moscatel de Alejandría und Pedro Ximenez verwendet werden. Bei der Cherry Produktion gibt es zwei verschiedenen Verfahren, nämlich die Hefereifung zu Sherry im biologischen Ausbau und die Reifung durch Oxidation zu Oloroso-Sherry. Sherrys werden während ihrer Fassreife aus Weinen unterschiedlicher Jahrgänge verschnitten (Solera-System). Dieses System ist bei jedem Hersteller anders und macht den Geschmacksunterschied der verschiedenen Marken aus.

Als letztes möchte ich den Besuch des kleinen Städtchen Vejer de la Frontera erwähnen. Vejer de la Frontera ist auf einem Hügel gelegen und hat ein sehr schönes historisches Stadtbild mit einer etwa zwei Kilometer langen Stadtmauer. Durch eines der vier Stadttore gelangt man in die Altstadt und kann auf drei Türmen die schöne Aussicht auf das umliegende Land betrachten.

Auch eine Erwähnung wert ist das Restaurant El Jardin del Califa in dem man wunderbar spanisch oder marokkanisch essen kann. Spontan kann man hier leider nicht vorbeischauen, deshalb unbedingt rechtzeitig reservieren.

Abschliessend noch der bereits obligate, kurze Urlaubsfilm und das Foto Album für die Leserschaft die sich gerne Bilder von der Gegend anschauen möchte.

Eine sehr schöne Gegend mit langen Sandstränden, steilen Küstenabschnitten, schattigen Pinienwäldern und ganz leckerem Essen. Ich kann jedem empfehlen die Gegend mal zu besuchen. In den Sommermonaten, wenn auch die Spanier selbst Urlaub machen, ist es hier allerdings etwas voller und lebhafter. Wer die Atmosphäre des ruhigen Fischerortes sucht, sollte insbesondere den August meiden und am besten ein Besuch im Herbst von Mitte September bis anfangs Oktober ins Auge fassen.

Wie immer, schön wars!

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