{"id":4548,"date":"2018-10-31T23:07:07","date_gmt":"2018-10-31T22:07:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.marcelloswelt.ch\/?p=4548"},"modified":"2018-11-03T11:50:39","modified_gmt":"2018-11-03T10:50:39","slug":"komplex-oder-einfach-bequem-oder-besser-unbequem","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.marcelloswelt.ch\/?p=4548","title":{"rendered":"Komplex oder einfach? Bequem oder besser Unbequem?"},"content":{"rendered":"<p>K\u00fcrzlich flog ich \u00fcber ein verl\u00e4ngertes Wochenende nach Leipzig und hatte am Flughafen etwas Zeit zu lesen. Ich habe mich mit einem Kaffee hingesetzt und das NZZ Folio mit dem pr\u00e4gnanten Titel \u201eWarum so kompliziert\u201c gelesen. Der Leitartikel \u201e dem Chaos trotzen\u201c ging der Frage der heutigen komplexen Systeme nach. Zuerst muss man differenzieren zwischen komplex und kompliziert. Eine Mechanik einer Uhr ist z.Bsp. kompliziert, wenn man sich mit der Konstruktion befasst wird man fr\u00fcher oder sp\u00e4ter in der Lage sein diese zu begreifen. Komplex hingegen sind lebendige Systeme die untereinander agieren, z.Bsp. Freunde, die Familien, etc. In diesen Systemen k\u00f6nnen Trag\u00f6dien oder auch Kom\u00f6dien entstehen ohne, dass diese an einen Fahrplan gebunden sind, es passiert einfach. Auch Unternehmen, Gesellschaften und Staaten entfalten eine Form der Komplexit\u00e4t die sich unserer Vorstellung entzieht. Dies \u00e4ussert sich in \u00fcberraschenden Entwicklungen, \u00fcberraschenden Konflikten und ratlosen Akteuren. Die Unregierbarkeit des Staates ist schon seit l\u00e4ngerer Zeit Thema bei Politwissenschaftlern. Die letzten Entwicklungen wie der Brexit, die Uneinigkeit der EU oder die Aussenpolitik der USA u.a. geben ihnen wohl Recht.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-4551\" src=\"https:\/\/www.marcelloswelt.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Komplexitaet.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"480\" srcset=\"https:\/\/www.marcelloswelt.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Komplexitaet.jpg 800w, https:\/\/www.marcelloswelt.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Komplexitaet-300x180.jpg 300w, https:\/\/www.marcelloswelt.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Komplexitaet-768x461.jpg 768w, https:\/\/www.marcelloswelt.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Komplexitaet-624x374.jpg 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/p>\n<p>Auch Unternehmen sind von dieser Entwicklung betroffen. Diese schliessen sich unter dem Vorwand der Wettbewerbsf\u00e4higkeit immer zu gr\u00f6sseren Einheiten zusammen mit dem Effekt, dass die Komplexit\u00e4t immer bedrohlicher w\u00e4chst. Die Folgen sind undurchsichtige Verantwortlichkeiten, strukturelle Tr\u00e4gheit und fehlende Innovationskraft. Die wachsende Komplexit\u00e4t unseres Umfelds wird auch als m\u00f6gliche Ursache der vielen Neuronalen Krankheiten verantwortlich gemacht. Depressionen, ADHS oder Burnout- Syndrom sind allgegenw\u00e4rtig. Was also tun wenn einem die \u00fcberm\u00e4chtig erscheinende Wirklichkeit auf den Leib r\u00fcckt? Man muss versuchen sich diese Welt durch Komplexit\u00e4tsreduktion wieder vom Leibe zu schaffen. Die Anh\u00e4nger extremer politischer Anschauungen, Verschw\u00f6rungstheoretiker, fundamentalistische Gl\u00e4ubige, die militanten Veganer, die Nationalisten, ja all diese haben eines gemeinsam: Sie h\u00e4ngen alle einem vereinfachten Welterkl\u00e4rungsmodell an, dass sie vehement verteidigen. Jeder Widerspruch best\u00e4rkt sie in der \u00dcberzeugung, die eigene Lehre sei die richtige.<\/p>\n<p>N\u00fcchtern betrachtet muss man allerdings eingestehen, dass vieles heute wirklich einfacher ist. Die sogenannte \u201eConvenience\u201c hat \u00fcberall Einzug gehalten. Die Waschmaschine w\u00e4scht, der Geschirrsp\u00fcler sp\u00fclt, das Mobiltelefon telefoniert und macht nebenbei noch andere n\u00fctzliche Dinge. Alles ganz einfach und f\u00fcr jeden zu verstehen. So k\u00f6nnen wir uns tagein, tagaus mit allerlei \u201eeinfachen\u201c T\u00e4tigkeiten Stundenlang besch\u00e4ftigen, die unz\u00e4hligen Menschen (zu denen auch ich geh\u00f6re) streicheln ihr Mobiltelefon nur zu gerne Tag f\u00fcr Tag etliche Male.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-4550\" src=\"https:\/\/www.marcelloswelt.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/convenience.jpg\" alt=\"\" width=\"750\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/www.marcelloswelt.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/convenience.jpg 750w, https:\/\/www.marcelloswelt.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/convenience-300x160.jpg 300w, https:\/\/www.marcelloswelt.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/convenience-624x333.jpg 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px\" \/><\/p>\n<p>Unsere Bequemlichkeit siegt \u00fcber uns tagt\u00e4glich. Anstatt beim n\u00e4chsten Ausflug eine Strassenkarte zu lesen um die Route selber zu planen z\u00fccken wir unser Mobiltelefon und tippen kurz das Ziel ein um uns dort hin f\u00fchren zu lassen. Digital dement machen wir uns dann auf den Weg und wissen nicht mal wo wir uns genau befinden wenn man uns fragen w\u00fcrde. Bringt uns dies pers\u00f6nlich weiter wenn wir nur noch konsumieren? Oder ist es nicht eher so, dass wir wieder das Unbequeme bewusst annehmen sollten? Die meisten von uns tun dies bereits ohne dar\u00fcber gross nachzudenken, wir nennen es Hobby. Beim Holzschnitzen, Reparieren, Laufen, Joga etc. mit solchen Aktivit\u00e4ten durchbrechen wir die Macht der Convenience und versuchen ihr so zu wiederstehen. Oder wie ein sehr bekannter US Pr\u00e4sident mal sagte \u201edo the other things, not because they are easy, but because they are hard\u201d.<\/p>\n<p>Dieser Poste ist eine sehr kurze Zusammenfassung der Artikel \u201edem Chaos trotzen\u201c und \u201eTyrannei der Bequemlichkeit\u201c aus dem <a href=\"https:\/\/folio.nzz.ch\/2018\/september\/einfach\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">NZZ Folio vom September 2018<\/a> und k\u00f6nnen teilweise online gelesen werden. Mein Lese Tipp!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>K\u00fcrzlich flog ich \u00fcber ein verl\u00e4ngertes Wochenende nach Leipzig und hatte am Flughafen etwas Zeit zu lesen. Ich habe mich mit einem Kaffee hingesetzt und das NZZ Folio mit dem pr\u00e4gnanten Titel \u201eWarum so kompliziert\u201c gelesen. Der Leitartikel \u201e dem Chaos trotzen\u201c ging der Frage der heutigen komplexen Systeme nach. 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